Heute am Freitag ist wieder ein Fahrtag geplant, und zwar wird es heute ans Meer gehen!
Doch bevor es soweit ist, wollen wir uns noch etwas in Saborsko umschauen, dem Dorf, in dem unser sehr schöne Campingplatz Primavera Plitvice liegt. Zuallererst aber ein Abschiedsfoto vom Campingplatz morgens im Sonnenschein!
Saborsko ist eins von den Dörfern, die aneinander gereiht an der Landstraße D42 liegen. Traurige Berühmtheit hat das Dorf erlangt, weil es im Kroatienkrieg Schauplatz eines Massakers war. In diesem Krieg kämpfte Kroatien von 1991 bis 1995 nach dem Zerfall des Ostblocks um seine Unabhängigkeit von Jugoslawien, zu dem bis dahin gehörte. Die serbisch dominierte Zentralregierung in Belgrad versuchte das zu verhindern und wurde unterstützt von Serben, die in anderen Landesteilen Jugoslawiens wohnten.
Und so kam es dazu, dass Saborsko im November 1991 von der jugoslawischen Armee und serbischen Verbänden erobert wurde. Dabei wurden 29 meist ältere Menschen ermordet, alle Häuser zerstört und die Kirche gesprengt.
Heute ist die Kirche wieder aufgebaut, und an das Massaker erinnert ein nahe gelegenes Mahnmal mit den Namen von 80 Menschen aus Saborsko, die in diesem Krieg ums Leben kamen.





Direkt neben der Kirche startet auch ein Wanderweg, der ein bisschen aussieht wie ein Bär.

Heute gibt es in Saborsko wieder viele neue Häuser, 2 Geschäfte, ein Bistro, eine Schule, diverse Höfe und Menschen auf der Straße. Wenn man die traurige Geschichte nicht kennt, merkt man als Unbefangener keine Spuren mehr davon, abgesehen von Kirche und Mahnmal.
Nach so viel Beschäftigung mit der Vergangenheit nun aber wieder zurück in die Gegenwart. Wie gesagt, soll es heute ans Meer gehen, genauer gesagt nach Zadar, das in Deutschland recht bekannt ist, und noch genauer gesagt zum Falkensteiner Premium Camping Zadar. Wir wollten uns mal was Besonderes gönnen, und mit der ACSI App kann man dort in der Nachsaison ab September auch recht preisgünstig übernachten.
Also ab geht die Fahrt, zunächst über Landstraßen, irgendwann dann auf die Autobahn A1 Richtung Split. Die Landschaft sieht aus wie bereits gewohnt, leichte Hügel links und rechts bedeckt von endlosen Wäldern. Es geht zügig voran, einschließlich eines Tankstopps für 1,36€ (!!) für den Liter Diesel.
Auf der Autobahn wird es irgendwann sehr kurvenreich, denn wir durchqueren ein Gebirge, und danach ändert sich das Landschaftsbild sehr. Es ist viel kahler geworden mit nur noch niedrigem Bewuchs, aber gleichzeitig auch viel wärmer, fast 30 Grad, und insgesamt so richtig südlich und mittelmeer-typisch.
Wir erreichen dann bald das Falkensteiner Premium Camping (44°08’04.6″N 15°12’57.2″E). Wir bekommen Platz Nr. 276, den Platz mit der höchsten Nummer. Es ist also eine Menge los hier, aber dafür liegt der Platz direkt am Meer, und die Duschen und alle Anlagen sind ganz neu. Etwas viele Menschen, aber es gefällt uns , un wir beschließen, gleich drei Nächte hier zu bleiben.
Abends gehen wir noch etwas spazieren und haben dabei ein nettes Grillrestaurant in der Nähe entdeckt, den Capo Grill Zadar. Wir gönnen uns mal so richtig Fleisch vom Grill mit Ćevapi (das sind große Ćevapčići) und Pljeskavica. So richtig wie beim Kroaten in Berlin!
