Heute am Donnerstag (18. September 2025) begrüßt uns der Tag mit strahlendem Sonnenschein. Unser sehr netter Campingplatz-Betreiber bringt uns und sechs andere Gäste in seinem Van in rund 30 Minuten Fahrt direkt zum Eingang des Nationalparks Plitvicer Seen (kroatisch Nacionalni park Plitvička jezera). Wir werden uns dort 6 Stunden lang aufhalten, bis wir wieder abgeholt werden. Ein wirklich toller Service, für den er noch nicht einmal Geld annehmen möchte. Er engagiert sich wirklich sehr für seinen Campingplatz und die Gäste, und wir werden ihn mit einer sehr guten Bewertung bei Google unterstützen.
Am Eingang des Parks ist eine Menge los, viele Busse und auch Einzelreisende sind unterwegs. An der Kasse erwerben wir schnell unsere Eintrittskarten und gehen durch das Eingangstor in den Park.


Gleich dahinter entdecken wir eine Übersichtskarte des Parks sowie Pläne von vier möglichen Routen, auf denen wir den Park vom Eingang 1 aus erkunden können, an dem wir uns gerade befinden. Es gibt noch einen zweiten Eingang etwas weiter entfernt.


Wir entscheiden uns für die Route C. Diese Tour umfasst eine Wanderung von 8 Kilometern, eine Bootsfahrt und Fahrt mit einem Zug. Das Ganze soll in 4 bis 6 Stunden machbar sein, was hervorragend zur geplanten Abholzeit unseres Gastgebers um 15:30 passt.

Die Nationalpark Plitvicer Seen ist der älteste (seit 1949) und größte (290 km² entspricht 35% der Fläche Berlins) in Südeuropa. Es gibt zurzeit insgesamt 16 überirdische Seen, die jeweils durch eine natürliche Staumauer abgegrenzt werden. Über diese Staumauer schwappt der jeweilige See quasi über und erzeugt einen Wasserfall in den nächsten, darunter liegenden See. Das Ganze sieht aus wie eine Kaskade von Stauseen, bei der der nächste See immer eine Etage tiefer liegt als der vorhergehende. Am Ende verlässt das ganze Wasser als Fluss Karona den Nationalpark.
Geschaffen wird dies alles von den vielen über- und unterirdischen Zuflüssen aus dem Gebirge ringsum. Das Wasser der Zuflüsse löst den Kalkstein der Gegend auf und lagert ihn an anderer Stelle wieder ab. Ähnlich wie in einer Tropfsteinhöhle. Wo das Gestein abgetragen wird, bildet sich eine Senke, die sich mit Wasser füllt, also ein See. Wo das Gestein abgelagert wird, bildet sich eine Staumauer.
Das System ist sehr dynamisch und bildet sich immer wieder um, sodass man sagen muss, es sind „zurzeit“ 16 Seen.
Eine Informationstafel erklärt all diese Zusammenhänge.

Inzwischen ist der Nationalpark auch Weltnaturerbe der Unesco, und entsprechend berühmt und bekannt ist er, was sich auf die Anzahl der Besucher von rund einer Million pro Jahr auswirkt. Um uns herum sehen wir viele Nationalitäten, besonders die vielen Asiaten, mutmaßlich Chinesen, und Amerikaner fallen uns auf.
Nun also los auf dem Weg C. Der Weg verläuft zunächst ein kurzes Stück zu einer Aussichtsplattform, von der wir einen schönen Ausblick auf das tief unter uns liegende Ende der Seenkette haben. In der Ferne erkennen wir auch den Aussichtspunkt, von dem aus wir am Tag zuvor bei unserer Fahrradtour in den Nationalpark gespäht hatten.


Der Weg führt in Serpentinen nach unten in das Tal hinein. Verlaufen können wir uns nicht, einfach immer mit den anderen Besuchern mitlaufen. Unten angekommen haben wir ein paar erste schöne Blicke auf die unteren Seen.


Das Wasser ist glasklar mit einem leichten grünlichen Schimmer und erinnert schon etwas an das Wasser in Tropfsteinhöhlen. Man kann problemlos bis auf den Grund der Seen blicken, die gar nicht so flach zu sein scheinen. Wunderschön sieht das aus!
Wir laufen auf einem Holzsteg am Ende des Sees quer über den Wasserfall auf die andere Seite.


Nach rechts gibt es einen Seitenpfad zum großen Wasserfall. Den können wir uns natürlich nicht entgehen lassen und versuchen ihn auf einem Foto zu erhaschen. Das ist gar nicht so einfach, denn erstens sind wir bestimmt nicht die einzigen, die das hier versuchen, zweitens sind die Lichtverhältnisse zwischen hell und dunkel schwierig und drittens ist der Wasserfall wirklich groß. Wir versuchen es mit einem Selfie, einer Aufnahme von Annette und einem Bild ohne Personen.



Wir gehen zurück auf unseren Weg C und laufen auf Holzbohlen am Ufer des Sees entlang. Wir schauen links und rechts und entdecken im kristallklaren Wasser auch einige Fische.




Der Weg C führt langsam bergauf. Manchmal verläuft er auf einem der Seeufer, manchmal auf Holzbohlen direkt über der Wasser am Rande des Sees und manchmal auch quer über einen Wasserfall von einem Ufer zum anderen. Überall rauscht das Wasser, die ganze Landschaft ist vom flüssigen Element bestimmt. Ruhige Phasen mit still daliegenden Seen wechseln sich ab mit dynamischen Phasen und tosenden Wasserfällen. Das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen verstärken noch den sehr positiven Eindruck, den wir vom Nationalpark haben.








Die Wasserfälle tragen alle einen Namen, und manche sind nach Personen benannt. Einer von ihnen trägt den Namen einer berühmten kroatischen Opernsängerin, für die es sogar eine Gedenktafel gibt. Am Fuß der Gedenktafel liegen sogar ein paar Blumen, die allerdings inzwischen verwelkt sind.

Nach einer Weile erreichen wir einen Platz, wo es einen Kiosk, Toiletten, Kinderspielgeräte und Picknickplätze gibt. Von hier starten die Boote quer über den größten See dieses Gebietes. Für unseren Weg C nehmen wir das Boot. Es gibt auch den wesentlich längeren Weg K (18 km!), der um den großen See herum führt, aber das wäre uns zu lang gewesen. Wir fahren gerne Boot!


Nach etwas Schlange Stehen und nach der Kontrolle unserer Tickets können wir an Bord. Einhundert Personen passen auf das Boot. Wir haben Glück und erwischen zwei Plätze in der ersten Reihe, sodass wir ein unterwegs ein paar Fotos schießen können.


Wir entdecken mehrere Boot unterwegs, insgesamt zählen wir acht Stück. Nach einer knappen halben Stunde Fahrt erreichen wir den Anlegesteg, an dem gerade die Passagiere des Bootes vor uns ausgestiegen sind.


Die Besatzung von zwei Booten setzt nun also die Wanderung fort. Es geht weiter bergan von See zu See über die bereits bekannten Uferpfade oder Bohlenwege. Nur ist es jetzt etwas kuscheliger und wie in einer Karawane geht es voran. Immer wieder stockt der Verkehrsfluss, wenn irgendjemand meint, jetzt unbedingt dieses eine Foto schießen zu müssen.


Irgendwann verteilen sich die Menschen dann doch und es wird wieder übersichtlicher. An einer besonders schönen Stelle bietet uns eine freundliche Mitwanderin an, ein Foto von uns beiden zu schießen.

Die Abfolge von Seen und Wasserfällen setzt sich fort und ist immer noch sehr beeindruckend. Zwischendurch nehmen wir einen Imbiss ein, bestehend aus unserem mitgebrachten Vollkornbrot, Käse und Wurst. Lecker, so an der frischen Luft!




Eine Tafel gibt Informationen über die Höhlen, die es in dieser Gegend auch gibt, die aber nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Kilometer addieren sich langsam auf, und wir haben den obersten See erreicht. Von hier wird uns ein Zug zurück Richtung Eingangstor bringen. Aber zunächst heißt es erst einmal warten, denn wir sind natürlich nicht die einzigen, die heute damit fahren wollen.

Der Zug ist natürlich kein „richtiger“ Zug, denn es gibt hier auch gar keine Schienen. Aber es ist trotzdem ein Zug mit einer Art Lok und zwei Wagen hinten dran. Und es passen richtig viele Menschen hinein.


Nach vielleicht 20 Minuten Fahrt spuckt uns der Zug wieder aus, und wir gehen noch den letzten Kilometer zurück zum Eingang, wo uns der Campingplatz-Besitzer abholen wird. Ein letztes Foto schießen wir noch vom Park. Hier sieht man sehr schön die verschiedenen Ebenen der Seen mit dem höher gelegenen See im Hintergrund und dem tiefer gelegenen See im Vordergrund.

Wir werden pünktlich um 15:30 abgeholt und zum Campingplatz zurück gefahren.
Den Abend verbringen wir wie üblich mit Siesta und Kochen, und ein sehr schöner Tag in der Natur geht zu Ende. Wir sind aber auch etwas k.o., denn wir waren den ganzen Tag auf den Beinen.