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    Seevögel und rosa Granit – Tag 10/11

    Plage de Trestraou

    Wir reisen bereits am Freitagnachmittag aus St. Malo an und verbringen das Wochenende vom 4. Und 5. Juli im Badeort Perros-Guirec, schon ziemlich weit im Westen der bretonischen Halbinsel gelegen. Einen Übernachtungsplatz haben wir auf einem Campingplatz gleich am Strand Plage de Trestraou gefunden (48°48’52.4″N 3°27’39.4″W).

    Besonders gut gefällt uns hier die Strandpromenade an einem wirklich sehr breiten und sehr gepflegten Sandstrand. Einige Restaurants und Bistros gibt es hier, und wir essen jeden Tag im Bistro „Nom de Zeus“. Vor allem die bretonische Spezialität der Galettes hat es uns angetan. Das sind sehr, sehr flache Pfannkuchen aus Buchweizenmehl, die in der klassischen Variante mit Schinken, Käse und Ei belegt und an den Ecken umgeklappt werden. Dazu trinkt man Cidre und zum Nachtisch darf es dann klassisch noch ein süßer Crêpe sein. Lecker!

    Vogelinseln Les-7-Îles

    Nicht weit vor der Küste liegt die Inselgruppe der 7 Îles, auf deutsch die 7 Inseln. Dies sind eher kleine Inseln, teilweise nur größere Felsen, die aber wegen der Vielfalt der hier lebenden Vogelwelt bekannt und interessant sind. Wir buchen für Samstag eine knapp zweistündige Tour mit dem Boot. Die Tour wird nur auf französisch durchgeführt, aber es gibt online auch Informationen in anderen Sprachen.

    Das Boot fährt rund 20 Minuten hinaus zur ersten Insel. Hier lebt eine große Kolonie von Basstölpeln. Die gänsegroßen Vögel sind entgegen ihres Namens überhaupt nicht tölpelhaft, sondern elegante Flieger. Paare bleiben ein Leben lang zusammen und treffen sich im Februar zur Brut und Aufzucht der Jungen, bevor sie ab September Richtung Süden fliegen und dort den Winter verbringen.

    Die Insel ist übersät von weißen Basstölpeln, die wir aus der Ferne für Steine gehalten haben. Überall um uns herum sind Vögel in der Luft. Beeindruckend!

    Nicht nur Basstölpel gibt es hier in großer Zahl. Zwischen den großen, eleganten Fliegern flattern auch kleinere Vögel mit kurzen Flügeln umher, und das so schnell, dass wir sie im Flug nicht fotografieren können. Es sind Papageientaucher, und dankenswerter Weise lassen sie sich direkt neben dem Boot auf dem Wasser nieder.

    Nach und nach besuchen wir alle Inseln der kleinen Gruppe. Hier gibt es auch eine Gruppe von Tordalken, die von Ferne etwas an Pinguine erinnern.

    Auf einem Felsen sehen wir einen einzelnen Vogel, der einem Reiher ähnelt.

    Wir passieren die einzige bebaute Insel, die Île-aux-Moines, auf deutsch die Mönchsinsel. Hier gibt es einen Leuchtturm sowie historische Verteidigungsanlagen aus dem 18. Jahrhundert.

    Rosa Granit

    Es geht zurück Richtung Festland. Dort angekommen, fahren wir ein Stück an der Küste entlang und schauen uns die Felsen an diesem Abschnitt der Steilküste etwas genauer an. Das Gestein hier besteht aus Granit in einer speziellen Färbung. Das Gestein hat eine rosa bis teilweise tiefrote Farbe.

    Die einzelnen Gesteinsblöcke sind mehr oder weniger stark verwittert und in größere und kleinere Felsen in allen möglichen Formen zerbrochen. So kann man mit etwas Phantasie bekannte Formen erkennen, hier zum Beispiel einen Drachenkopf.

    Es gibt auch Gebäude aus diesem Material, und wir fotografieren einen Leuchtturm und ein Haus aus rosa Granit, die fast mit den umgebenden Felsen zu verschwimmen scheinen.

    Wir fahren zurück zum Anleger und steigen aus. Dabei bemerken wir, dass das Wasser während unseres Ausflüge ein ganzes Stück gefallen ist und wir deshalb viel weiter unten anlegen als bei der Abfahrt.

    Wandern auf dem Zöllnerweg

    Der Sonntag begrüßt uns mit gutem Wanderwetter, und so gehen wir heute den Sentier des Douaniers, den Zöllnerweg. Das ist ein Teil des Fernwanderweges GR34 und wurde früher von Zöllnern begangen, die an der Küste nach Piraten und Schmugglern Ausschau gehalten haben. Der Startpunkt liegt direkt am Strand von Trestraou, gleich neben der Abfahrt unserer gestrigen Bootstour.

    Unser Ziel sind die rosa Granitfelsen im ca. 5 Kilometer entfernten Ort Ploumanac, die wir gestern bereits vom Meer aus gesehen haben. Der Wanderweg steigt etwas an, und wir haben schöne Ausblicke auf die Bucht unter uns.

    Heute früh war der Himmel noch bedeckt, aber die Sonne hat sich inzwischen durchgesetzt und die Wolken nach Norden aufs Meer getrieben. Dadurch ist ein Teil des Himmels blau gefärbt und ein anderer Teil wolkenverhangen. Uns fällt auf, wie stark sich die Farbe des Himmels auf die Farbe des Meeres auswirkt. Ein Panorama-Bild zeigt, wie tiefblau das Meer im sonnenbeschienenen Teil aussieht und wir tristgrau unter den Wolken.

    Schon bei der Anfahrt hierher sind haben wir die vielen dunkelblauen Hortensien in den Gärten bemerkt. In Deutschland sind dunkelblaue Hortensien etwas Besonderes, weil man die Erde behandeln muss, um die blaue Farbe zu erzielen. Hier ist es anscheinend anders, vielleicht bietet der Boden andere Voraussetzungen?

    Wir kommen an einem Parkplatz vorbei mit einem Übersichtsplan des Zöllner-Wanderwegs GR34. Außerdem entdecken wir ein interessantes Plakat mit Hinweisen, wie lange sich bestimmte Arten von Abfall im Meer halten. Man will ja auch was lernen!

    Allmählich verändert sich das Landschaftsbild und die Felsen der Steilküste beginnen, einen rosa Farbton anzunehmen.

    An anderen Stellen wird die rosa Färbung noch deutlicher.

    Neben den rosa Felsen gefällt uns auch die Farb-Kombination mit dem grünen Bewuchs aus violett blühendem Heidekraut und anderen bodennahen, blühenden Sträuchern.

    Wir kommen langsam in Sichtweite des Leuchtturms , den wir auch gestern schon vom Boot aus gesehen haben. In seiner Bauweise aus rosa Granit fügt er sich perfekt in die Umgebung ein und ist aus der Entfernung kaum zu entdecken.

    Wir schauen uns am Leuchtturm etwas länger um und treten alsbald den Rückweg an. Dieser führt uns durch das Landesinnere zurück zum Campingplatz. Unterwegs kommen wir wieder an vielen Hortensien-Büschen in den Vorgärten vorbei, von denen einige leider schon verblüht und verblasst sind. Aber ein paar davon strahlen in eine tiefen Blau, und wir können nicht anders als ein paar Fotos zu schießen.

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