Camaret-sur-Mer
Am Montag, dem 6. Juli, brechen wir relativ früh auf zu unserem nächsten Quartier auf der Halbinsel Crozon, wo wir 2 Nächte verbringen werden. Wir haben uns einen Campingplatz in Camaret-sur-Mer ausgesucht, nicht weit von der Küste entfernt (48°16’37.7″N 4°36’17.2″W).
Bisher hatten wir die Nordküste der Bretagne am Ärmelkanal erkundet, aber nun wechseln wir auf die südlich des bretonischen Festlandes gelegenen Küstenabschnitte. Hier fahren wir zunächst zur Halbinsel Crozon. Diese ragt sehr weit ins Meer südlich von Brest. An ihrem Ende erstrecken sich mehrere kleinere Halbinseln, sodass die Form von Crozon an einen Arm mit ausgestreckter Hand und Fingern erinnert. Einige von diesen Fingern wollen wir in den nächsten Tagen besuchen.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unseren Zielort und steuern erst einmal einen großen Supermarkt an. Hier fällt uns eine vollautomatische Wäschestation auf dem Parkplatz auf. Während des Einkaufs kann man hier seine Wäsche waschen, was für ein Service. Und das bis zu 20 Kilogramm Wäsche!

Nachdem wir uns auf dem Campingplatz eingerichtet haben, verspüren wir Lust, am beginnenden Abend noch zum Meer zu gehen. Dies liegt etwa 30 Minuten zu Fuß entfernt. Zwischen Campingplatz und Meer erstreckt sich eine grüne Weite aus Farnen und Heidekraut, die von einem Labyrinth von Trampelpfaden durchzogen ist.



Für den Rückweg ist etwas schwieriger, den richtigen Pfad im Gewimmel der Trampelwege zu finden, aber mit Hilfe des Sonnenstandes und der Orientierung Richtung Campingplatz gelingt uns auch das.
Wanderung zum Pointe de Pen Hir
Für den nächsten Tag haben wir eine Wanderung von rund 10 Kilometer Länge geplant. Da wir wissen, dass es heute über 30 Grad heiß werden soll, stehen wir mit Hilfe des Weckers früh auf und gehen gegen 8:30 los. Reichlich Wasser und belegte Brote sind Pflicht.
Unser Ziel ist der Pointe de Pen Hir, einer der erwähnten Finger, die sich schmal und lang als Steilküste in das Meer schieben. Zunächst gehen wir wieder Richtung Meer wie gestern und passieren dabei eine interessante Ruine eines Wohnhauses, das 1940 zerstört wurde. Eine Schautafel hilft zu verstehen, wie das Haus ursprünglich aussah.


An der Ruine treffen wir auf unseren Wanderweg. Es ist wieder der Küstenwanderweg GR34, dem wir schon zu den rosa Granitfelsen an der Nordküste der Bretagne gefolgt waren. Wir gehen nach links und erhaschen viele schönne Blicke auf die Steilküste und das sich darunter erstreckende, tiefblaue Meer. Beeindruckt sind wir auch von den Farben an Land, vom satten Grün des flachen Bewuchses und vom Lila des Heidekrautes und den Farbtönen der anderen Blühpflanzen.




Nach einer Weile passieren wir ein Marinemuseum mit Resten von historischen Verteidigungsanlagen. Sie waren Teil des sogenannten Atlantikwalls, den Deutschland zurzeit der Besatzung Frankreichs im 2. Weltkrieg errichtet hat. Überall an der Küste trifft man auf Überreste der deutschen Besatzungszeit im Krieg. Schon etwas gespenstisch.


Es sind hier auch einige große Anker von französischen Kriegsschiffen aufgestellt. Um einen Größenvergleich zu erhalten, stellt sich Annette neben den Anker eines ehemaligen Flugzeugträgers. Beeindruckend groß, das Teil!

Im weiteren Verlauf des Weges erreichen wir ein Denkmal, das an die bretonischen Toten im 2. Weltkrieg erinnert. Es steht sehr groß und weithin sichtbar auf einem Felsen. Schöne Ausblicke von hier oben.



Am Denkmal gibt es einen bequem mit dem Auto erreichbaren Parkplatz, und entsprechend werden wir nun von vielen anderen Wanderern auf dem letzten Stück zur Spitze der Landzunge am Pointe de Pen Hir begleitet. Davon lassen wir uns aber nicht stören und fangen viele schöne Eindrücke ein.





Für den Rückweg laufen wir auf der anderen Seite der Landzunge entlang. Hier finden wir besonders schöne Flächen mit blühendem Heidekraut vor.


Kurz bevor wir den Campingplatz wieder erreichen, kommen wir noch an einem Monument vorbei, das anscheinend aus der Steinzeit stammt. Einem Kreis von Steinblöcken, die etwas an die Hinkelsteine von Obelix erinnern. Bekanntlich lag ja das Dorf der unbeugsamen Gallier Asterix und Obelix irgendwo hier in der Bretagne.

Die Höhlen von Morgat
Die lange Küstenlinie der Halbinsel Crozon wird von rund 400 Höhlen regelrecht durchlöchert. Am dritten Tag auf der Halbinsel fahren wir mit dem Womo nach Morgat, um eine Bootstour zu diesen Höhlen zu unternehmen.
Das Boot ist wesentlich kleiner als beim Ausflug zu den Vogelinseln, aber das wird auch notwendig sein, wie wir noch erfahren werden. Vom Boot haben wir einen schönen Blick zurück zum Strand und zur Kulisse des Ortes.

Zunächst fahren wir auf rechten Seite der Bucht von Morgat an der Steilküste entlang. Wir besichtigen einige Höhlen, und weil unser Boot relativ klein ist, können wir manche Höhlen auch befahren.





Danach geht es in schneller Fahrt quer über die Bucht auf die andere Seite.

Auch hier sind wieder viele Höhlen zu besichtigen, eine schöner und farbenprächtiger als die andere. Die Farben entstehen durch chemische Prozesse bzw. durch den Bewuchs mit grünen Algen.




Cap de la Chèvre
Nach dem Mittagessen bei einem Italiener (!) geht die Fahrt weiter zum Cap de la Chèvre, auf deutsch Ziegenkap, dem südlichsten und größten der Finger der Halbinsel Crozon. Hier wollen wir nicht wandern, sondern uns nur etwas umschauen.
Es gibt hier ein Denkmal der französischen Marine und viel Natur und Ausblicke von der Steilküste auf das Meer. Wir können von hier zurück zum Pointe de Pen Hir blicken , wo wir gestern gewandert sind.


Nach kurzem Aufenthalt steigen wir wieder in das Womo und fahren weiter. Der Weg führt uns weg von Crozon einen langen Weg um die Bucht herum zum fast westlichsten Punkt Frankreichs.
Wir hatten in diesem Blog schon öfter die Farben der Landschaft der Bretagne beschrieben, diese Mischung aus goldgelben Getreidefeldern mit grünen Büschen, Bäumen und Maisfeldern, und dies alles in Verbindung mit einem tiefblauen Meer und ebenso blauen Himmel. Unterwegs zu unserem nächsten Ziel finden wir eine Gelegenheit, zwei Fotos dieser Landschaft zu schießen.

