• Deutsch
  • Ferne Entdecken – Reiseblog für individuelle Abenteuer

    Salinen und Lagunen – Tag 15-16

    Camping Torre Salinas

    Die Fahrt geht weiter Richtung Süden. Über gut ausgebaute Straßen kommen wir schnell voran und erreichen den Campingplatz Villaggio Camping Torre Salinas (39°22’01.1″N 9°35’47.7″E), wo wir zwei Nächte verbringen werden.

    Der Platz ist wesentlich besuchter als unser voriges Domizil in Torre die Bari. Insgesamt ist der Platz in Ordnung, nur das Tanken von Frischwasser bei der Abfahrt gestaltet sich schwierig, da man ständig einen Zahlencode eingeben muss, um den Wasserauslauf am Leben zu erhalten.

    Torre Salinas

    Der Platz liegt sehr nah am Strand, wie eigentlich so gut wie alle Campingplätze auf Sardinien. Am Abend nach der Ankunft wollen wir noch etwas in der Umgebung die Beine vertreten.

    Ähnlich wie in Torre di Bari findet sich auch hier ein Turm an der Küste, der Torre Salinas, als Teil der Küstenbefestigung gegen die Piraten. Der Turm ist nicht so gut erhalten wie in Bari und wir sparen uns daher eine Besichtigung. Direkt daneben schließt sich wieder ein Strand an.

    Weiter im Landesinneren, nur durch den Strand vom Meer getrennt, liegt ein Salzsee, der sogenannte Stagno delle Saline. Früher gab es hier eine Saline zur Salzgewinnung durch Verdunstung von Meerwasser. Heute wird der Salzsee anscheinend der Natur überlassen. Wir gehen ein Stück die Straße entlang und klettern bald hinab an das Ufer.

    Wir beschließen, einmal um den See herumzulaufen. Ein großer Teil des Sees, offensichtlich Meerwasser, ist verdunstet und hat eine harte Salzkruste auf dem Boden hinterlassen. Diese Salzkruste ist gut begehbar. Überall kristallisiert das Salz aus dem weiter verdunstenden Wasser in weißen Flächen heraus.

    Wir finden viele Muschelschalen und auch zahlreiche kleine, tote Fische. Es muss also immer wieder Meerwasser in den See strömen und mit dem Wasser auch kleine Fische und Muscheln.

    Das Salz bildet eine Kruste, die man auch in die Hand nehmen kann.

    Die Zeit schreitet voran und die Sonne senkt sich langsam dem Horizont entgegen. Das ergibt schöne Lichteffekte.

    Wir laufen etwas schneller, denn noch sind wir auf der Salzkruste des Sees unterwegs und es wird langsam dunkler. Nach einer dreiviertel Runde erreichen wir dann an der Strandseite einen schmalen Kanal, der sich vom Salzsee zum Strand zieht. Anscheinend wird der See über diesen Kanal mit Meerwasser versorgt, vielleicht bei besonders stürmischer Flut. Unsere Karte zeigt, dass die parallel zum Strand verlaufende Straße gleich in der Nähe ist, und wir laufen den Kanal entlang durch das flache Gebüsch.

    Endlich erreichen wir die Straße, die uns wieder zurück zum Campingplatz führt. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, aber der Weg ist zum Glück nicht mehr weit!

    Colustrai

    Die Landschaft an diesem Teil der Ostküste Sardiniens ist geprägt von Ausgleichsküsten mit langgezogenen Sandstränden und landeinwärts liegenden Strandseen und Lagunen. Teilweise wird der Wasserzufluss zu den Lagunen vom Menschen reguliert und das Gewässer wahlweise zum Fischfang oder als Saline zur Salzgewinnung genutzt. Diese interessante Landschaft wollen wir uns bei einer Fahrradtour etwas aus der Nähe ansehen.

    Unser Ziel ist der südlich gelegene See Stagno di Colostrai, der als Lagune und Fischfangrevier mit dem offenen Meer verbunden ist. Wir fahren zunächst auf Schotterstraßen dicht am See entlang und umrunden ihn halb von Nord nach Süd. Vom Wasser ist hier nur manchmal etwas zu sehen. Dafür beeindrucken die großen Kakteenhecken umso mehr.

    Bald radeln wir eine Schotterpiste zwischen dem See und einem Kanal entlang, die zum Anwesen des Fischers am Ende der Lagune führt. Von hier haben wir einen schönen Blick auf das See und die vielen Vögel, die ihn bevölkern.

    Viele Schlaglöcher später endet die Piste an der Küste. Rechts von uns auf der anderen Seite der Piste hat sich inzwischen eine zweite Lagune ausgebreitet, und so sind wir von beiden Seiten von Wasser umgeben. Vor uns erstreckt sich das Meer, und wir entdecken etwas Unerwartetes: Zwischen der Lagune und dem Meer erstreckt sich ein breiter, menschenleerer Strand!

    Der Strand wirkt so einladend auf uns, dass wir die Fahrräder durch den tiefen Sand schieben. Eine ziemlich anstrengende Plackerei ist das!

    Aber es lohnt sich, und ein alter, längst abgestorbener Baumstamm präsentiert sich als schöne Kulisse für ein Selfie mit Blick zur Lagune.

    Ganz allein sind wir hier nicht. Ein anderes Paar schwimmt im Meer vielleicht 50 Meter von uns entfernt. Sie gehören wahrscheinlich zu dem B&B in der Nähe. Wir springen auch ins Wasser, das immer noch angenehm warm ist.

    Wir genießen die Ruhe, die Einsamkeit, die komfortablen Temperaturen, den Sonnenschein – es ist einfach perfekt!

    Trotzdem ist leider auch der perfekteste Strandnachmittag irgendwann zu Ende, und wir beschließen, einen anderen Rückweg zu versuchen, an der zweiten Lagune und dem B&B vorbei. Dort verläuft auch ein Schotterweg. Das bedeutet noch einiges an Fahrrad-Schieberei durch den Sand, aber das nehmen wir auf uns.

    Auf diesem Weg erleben wir ein paar neue Ausblicke, zum Beispiel tummeln sich zwei Pferde auf einer Koppel am Wasser.

    Die Fahrt geht gut voran, aber dann – dann ist da plötzlich ein Tor quer über die Straße! Das Tor ist mit einer Kette verriegelt und ein Schild erzählt was von Privatgelände. Anscheinend sind wir unabsichtlich über den Strand auf das weitläufige Privatgelände des B&B geraten.

    Alles Fluchen und Ärgern hilft nichts – wir müssen umkehren und die Räder noch einmal durch den tiefen Sand am Strand schieben. Naja, inzwischen sind wir schon etwas geübt darin.

    Für den weiteren Rückweg nehmen wir wieder die Schotterpiste an der Fischerei und beschließen einen kleinen Abstecher in das nahe gelegene Dorf San Priamo. Kurz vor dem Dorf führt die inzwischen wieder asphaltierte Straße durch Plantagen mit Zitrusfrüchten hindurch. Wir hatten uns die ganze Zeit schon gefragt, ob auf Sardinien auch Orangen & Co. angebaut werden, und hier war der Beweis.

    Über San Priamo gibt es nicht viel zu berichten, wir haben es schnell wieder verlassen. Der zügigste Weg nach Hause geht über die Hauptstraße, die wir problemlos entlang radeln. Das gibt die Gelegenheit für ein Foto eines Verkehrsschildes der besonderen Art, die wir hier auf Sardinien schon häufig angetroffen haben. An dieser Stelle sogar gleich dreimal, zwei stehen im Hintergrund!

    Nach zwei Wochen Natur, Ruhe, Berge und Meer steht uns der Sinn jetzt nach etwas Stadtluft, und deshalb werden wir morgen die größte Stadt Sardiniens aufsuchen!

    Schreibe einen Kommentar

    Entdecke mehr von Ferne Entdecken – Reiseblog

    Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

    Weiterlesen