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    Rund um Le Havre – Tag 3/4

    Étretat

    In der Nacht gab es viel Blitz und Donner und der Regen prasselte in einem Fort auf das Dach unseres Womos. Zum Glück hatte unser Fahrzeug die letzte Dichtigkeitsprüfung mit Bravour bestanden.

    Der Morgen beginnt daher sehr erfrischend in klarer Luft, und die versprochenen 25 Grad scheinen sich zu bewahrheiten. Schön!

    Wir stehen hier auf dem Gemeinde-Stellplatz am Rande des Städtchens Étretat, das nördlich der bekannten Stadt Le Havre an der nornmannischen Kanalküste liegt. Früher war dies ein Fischerdorf, aber seit vielen Jahren leben die rund 1000 Einwohner hauptsächlich vom Tourismus, was sicherlich mit der schönen Lage im Tal zwischen zwei Steilküsten-Abschnitten zu tun hat.

    Nach der langen, zweitägigen Sitzerei im Womo beschließen wir, uns heute ausgiebig zu bewegen und auf eine Wanderung zu gehen. Der Weg führt uns zunächst die Straße entlang einen guten Kilometer in das Zentrum direkt am Meer. Unterwegs passieren wir viele schöne alte Gebäude aus dem 19.Jahrhundert auf großen Grundstücken.

    Im Zentrum steht das Rathaus, das für einen 1000-Einwohner-Ort wirklich sehr imposant ist. Ebenso wie die erwähnten Häuser scheinen sie aus einer Zeit zu stammen, als dieser Ort viel Geld zur Verfügung hatte.

    Wir gehen durch die Fußgängerzone mit ihren zahlreichen Restaurants, Bars und Souvernirläden hinunter Richtung Strand. Es ist noch relativ früh, kurz vor 9 Uhr, aber die Parkplätze füllen sich schon so langsam.

    An Meer treffen wir auf die lange Standpromenade, die sich nach links und rechts an der Küste entlang erstreckt.

    Auf der rechten Seite erhebt sich auf der Klippe eine Kirche, und auf der linken Seite führt ein Wanderweg zu einem ca. 7 km entfernten Leuchtturm mit vielen Ausblicken auf interessante Felsformationen. Wir wollen heute diesen Weg Richtung Leuchtturm wandern.

    Zunächst passieren wir eine Stelle, an der der Maler Claude Monet bereits 1888 den markanten Felsbogen von Étretat gemalt hat. An exakt dieser Stelle steht eine Kopie seines Gemäldes, und der Vergleich mit dem Foto bestätigt seinen guten Blick.

    Wanderung auf der Steilküste

    Am Ende des Strandes beginnt der Aufstieg auf die ca. 50 Meter hohe Steilküste über eine Treppe. Hier entdecken wir einen alten Bunker, ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland Frankreich besetzt und hier Verteidigungsanlagen Richtung Meer aufgebaut hatte.

    Wir erklimmen die Treppe zusammen mit einigen anderen Touristen an diesem sehr schönen Vormittag. Oben führt der Weg mal dichter, mal weiter entfernt an der Felskante entlang, und bald haben wir einen schönen Blick zurück auf Étretat.

    Immer wieder ergeben sich interessante Ausblicke auf das Meer und die charakteristischen Felsformationen mit ihren Bögen, Spitzen und Höhlen im Kalkstein, ebenso wie auf die einsam gelegenen Strände tief unter uns.

    Überall fliegen Möven umher, die sich offensichtlich gut an die Menschen gewöhnt haben. Einige betteln um Futter und geben dabei sehr fotogene Motive ab. Wir stellen allerdings fest, dass die Berliner Stadttauben erfolgreicher im Betteln sind, denn unsere angebotenen Apfelstückchen bemerkt die Möve leider nicht.

    Je weiter wir wandern, umso einsamer wird es um uns herum. Die meisten Leute, die mit uns den Weg begonnen haben, sind nur bis zum ersten Aussichtspunkt gelaufen. Uns gefällt das sehr gut, und wir genießen die Ruhe und Einsamkeit um uns herum. Nach ein paar Kilometern sind wir in der Nähe des Leuchtturms.

    Ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es bald Mittagszeit ist, und wir beschließen, nach 6 km Wanderung umzukehren und den Leuchtturm sich selbst zu überlassen.

    In Étretat hat sich die Strandpromenaden inzwischen sehr stark gefüllt, aber wir ergattern einen Platz in einem der Strandrestaurants und lassen es uns bei Salat mit Ziegenkäse und Sardinen mit Pommes gut gehen.

    Mit dem Heimweg zum Stellplatz haben wir dann insgesamt 13 Kilometer zurück gelegt. Ein guter Grund, für den Rest des Tages einfach nur die Füße hochzulegen.

    Pont de Normandie

    Der nächste Tag, ein Sonntag, beginnt ganz entspannt mit urlaubsmäßigem Faulenzen. Gegen Mittag wollen wir aber noch mehr die Gegend um die Hafenstadt Le Havre erkunden, wobei wir die Stadt selbst links liegen lassen.

    Wir verlassen den Stellplatz in Étretat und fahren über Landstraße und Autobahn an Le Havre vorbei in Richtung der sehenswerten Brücke Pont du Normandie. Eigentlich sind dies zwei Brücken, die beide in einem hohen Bogen die Mündung der Seine und einen parallelen Kanal überqueren. Die Brücken haben eine Durchfahrtshöhe von 50 Metern, sodass auch Hochseefrachter und Kreuzfahrtschiffe unter ihnen hindurchfahren können.

    Am Beginn der Brücke gibt es einen Parkplatz mit ein paar Schautafeln und Informationen zu diesem wirklich imposanten Bauwerk.

    Wir zahlen an der Maut Station unseren Obolus und fahren über die Brücke. Möglichst langsam, aber auch nicht den Verkehr behindernd, um ein schönes Bild von der Überfahrt zu schießen.

    Honfleur

    Das Ziel unserer Fahrt ist die Kleinstadt Honfleur, die als kleine Schwester von Le Havre direkt gegenüber an der Seine-Mündung liegt. Honfleur wurde uns empfohlen als ein sehr sehenswerter und romantischer Ort in der Normandie.

    Wir finden einen Stellplatz in der Nähe des Hafens und laufen los. Zunächst in die Richtung des Hafens, denn dort haben wir schon von der Pont de Normandie aus ein Kreuzfahrtschiff ankern sehen. Uns kommen auf dem Weg dorthin Touristen entgegen, die offensichtlich vom Schiff aus die Stadt besichtigen wollen. Am Fluss können wir auch einen ersten Blick auf Honfleur ergattern.

    WIr ignorieren ein paar Hinweisschilder, denn unser Französisch ist nicht sehr gut, und laufen weiter Richtung Schiff. Aus der Nähe des Schiffes haben wir einen Blick zurück zur Pont de Normandie im Hintergrund.

    Wir wollen unser Glück nicht überstrapazieren, kehren um und laufen am Womo vorbei Richtung Stadt. An einem Fluss entlang entstehen ein paar Fotos mit Blick auf Honfleur.

    Je näher wir der Stadt kommen, umso mehr Menschen treffen wir an. Es wird immer voller, und so langsam ist uns klar, wo sich die rund 1500 Passagiere des Kreuzfahrtschiffs aufhalten.

    Honfleur ist von Kanälen und kleinen Hafenbecken durchzogen und rundherum mit alten, gut erhaltenen Häusern bebaut. Der Ort hat eine wirklich schöne, romatische Atmosphäre und viele interessante, alte Häuser. Die Anzahl der Touristen dort ist für unseren Geschmack allerdings etwas viel und nimmt dem Ort etwas von seinem Charme.

    Wir kehren zum Womo zurück und fahren noch ein paar Kilometer zu unserem Übernachtungsziel nach Arromanches-les-Bains direkt am Meer.

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