Heute zeigt sich der Himmel in der Goldenen Stadt längst nicht so freundlich wie gestern: es regnet, und das wird den größten Teil des Tages auch so bleiben, wie sich später noch herausstellen wird.
Für uns also ein willkommener Anlass, die Stadt Prag in der Vorfreude auf unser Fernziel Kroatien zu verlassen und unser Wohnmobil auf die Autobahn Richtung Süden zu lenken. Heute ist Sonntag, sodass die Fahrt recht entspannt zu werden verspricht, denn es sind kaum Lkws unterwegs und dementsprechend zügig geht es voran.
Unser Zwischenziel heute ist die Stadt Linz, die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich. Die Autobahnverbindung von Prag nach Linz ist sehr neu und teilweise noch nicht fertig gestellt, sodass sich Strecken auf der Autobahn ablösen mit Strecken über Landstraßen, was aber wegen der wenigen Lkws kein Problem darstellt. Die Autobahn ist streckenweise so neu, dass sie unserem Navi noch nicht bekannt ist und es ziemlich verwirrt versucht, bei der Fahrt über vermeintlich freies Feld Anschluss an die Straßen links und rechts zu finden. Lustig!
Der Regen begleitet uns in Schüben immer wieder, und so überqueren wir die nächste Landesgrenze auf unserer Reise, nämlich die von Tschechien nach Österreich, und erreichen gegen Mittag unser Zwischenziel.
Linz ist mit rund 215.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Österreichs. Wir finden für unser Gefährt einen Stellplatz in der Straße „Auf der Gugl“ (48°17’45.5″N 14°16’51.3″E) und gehen im Regen durch einen kleinen Park Richtung Innenstadt. Dabei passieren wir den Mariendom und gehen weiter durch die Altstadt.

Im Landhaus, dem Sitz der Regierung des Bundeslandes Oberösterreich, steht der sogenannte Planetenbrunnen, ein bekannter Treffpunkt für die Linzer.

Wie gesagt, es ist Mittagszeit, also steuern wir ein Restaurant an auf dem Linzer Hauptplatz und genießen die wirklich gute Pizza.

Nach dem Essen schauen wir uns noch etwas auf dem Hauptplatz um und gehen auch das kurze Stück hinüber zur Donau, die von einer breiten Straßenbrücke überquert wird. Der Regen ist unser ständiger Begleiter.


Hier treffen wir auch auf eine kuriose Ampel, die kombiniert die Zeichen für Fußgänger und für Radfahrer anzeigt. Wir finden sie Symbole kurios und schießen deshalb je ein Foto der Rot- und Grünphase.


Auf dem Rückweg zum Womo beginnt es aufzuklaren, sodass wir noch ein schöneres Foto des Linzer Doms ergattern können.

Und weiter geht die Fahrt. Unser Endziel für heute ist die Stadt Graz in der Steiermark, im Süden Österreichs gelegen. Dazu durchquert die Autobahn die östlichen Ausläufer der Alpen, die zwar nicht mehr so hoch und schroff daher kommen wie in den Zentralalpen, aber dennoch der Autobahn einen schlängelnden Verlauf aufzwingen sowie die Durchtunnelung einiger Bergmassive notwendig machen.
So durchfahren wir zahlreiche Tunnel, die meisten von ihnen nicht allzu lang, aber am Ende eines 5500 Meter langen Exemplars erreichen wir eine Mautstation. Der junge Mann am Schalter fragt uns, ob wir „beide Tunnel benötigen“. Da wir keine Ahnung haben, was er von uns möchte, nennen wir ihm unser Ziel Graz, und er verkauft uns ein Ticket für „beide Tunnel“. Der zweite Tunnel ist dann über 8000 Meter lang und quert die Grenze zum Bundesland Steiermark.
Ab hier wird es dann mit jedem Kilometer Autobahn südlicher, lieblicher und wärmer, und auch der Regen hat inzwischen nachgelassen. So langsam kommt Urlaubsstimmung auf.
Im Grazer Stadtgebiet passieren wir noch einen 10.000 Meter langen Tunnel, bevor wir dann am späten Nachmittag unseren avisierten Schlafplatz im Industriegebiet in der Straße „Am Innovationspark“ (47°02’35.2″N 15°26’27.4″E) anpeilen.
Es ist noch etwas Zeit für etwas Bewegung, und so unternehmen wir einen kleinen Spaziergang am nahen Fluss Mur. Heute am Sonntagabend sind hier viele Menschen im Naherholungsgebiet unterwegs, und auch wir genießen den Abend, die Sonne und die milde Luft.

