Pointe du Van
Von der Halbinsel Crozon fahren wir zur nächsten, etwas südlicher gelegenen Halbinsel, dem Cap Sizun.

Cap Sizun ragt noch weiter nach Westen in den Atlantik hinaus als Crozon. Sein westlichster Punkt, der Pointe du Raz, ist fast der westlichste Punkt Frankreichs. Dieses „fast“ wird aber oft ignoriert und Pointe du Raz als westlichster Zipfel angenommen, weil die Landschaft hier mit der Steilküste so schön aussieht, schöner als an dem tatsächlich westlichsten Punkt Frankreichs, der etwas weiter nördlich bei Brest liegt.
Die Straße führt uns immer weiter hinaus Richtung Westen, und die Häuser werden immer spärlicher, die Gegend immer einsamer. Ganz am Ende der Halbinsel finden wir einen kostenlosen Parkplatz für Wohnmobile ganz dicht an der Küste, in der Nähe des Pointe du Van (48°03’34.0″N 4°42’27.1″W).
Am Abend gegen 22:30 sehen wir die Sonne langsam Richtung Meer sinken. Das wird heute bestimmt einen schönen Sonnenuntergang geben, denken wir uns, und gehen los in Richtung Steilküste. So wie wir denken auch einige andere Menschen, und so bildet sich ein kleiner Trupp aus Wohnmobilisten und auch Pkw-Parkern, die die besten Standorte für schöne Sonnenuntergang-Fotos anpeilen.
Die Mühe am Abend hat sich gelohnt, der Sonnenuntergang hier ist wirklich sehr romantisch! Wie auf Kommando brechen auch drei Fischerboote auf und fahren zum nächtlichen Fang aufs Meer hinaus.



Wanderung vom Pointe du Van zum Pointe du Raz
Am nächsten Morgen stehen wir wieder früh auf, den wir wollen heute 12 Kilometer wandern, und der Wetterbericht hat wieder über 30 Grad vorhergesagt.
Von unserem Parkplatz am Pointe du Van werden wir an der Küste auf dem bereits wohlbekannten Wanderweg GR34 zum Pointe du Raz wandern und weiter im Land dann wieder zurück.

Wir kommen zunächst an der kleinen Kapelle vorbei, die wir bereits am Abend zuvor als Kulisse für die Sonnenuntergangs-Fotos eingesetzt haben.



Weit voraus in der Ferne erblicken wir den Pointe du Raz mit dem Leuchtturm, unser Ziel.

Wir wandern die Steilküste entlang und haben schöne Ausblicke auf die Landschaft und auf das Meer.





Ziemlich weit draußen im Meer liegt die Insel Île de Sein, auf der wir mit bloßem Auge kaum Einzelheiten erkennen können. Mit dem Zoom unserer Kamera entdecken wir Häuser und die Kirche, die im Wasser zu liegen scheinen.

Bald erreichen wir einen Strand mit einem einsamen Hotel. Uns fällt auf, wie viele Strände es hier überall gibt, und alle sind trotz der Hochsaison und des guten Wetters nicht sehr voll. Die große Auswahl an Bademöglichkeiten sorgt dafür, dass sich die Zahl der Urlauber verteilt.


Der Bewuchs der Landschaft ändert sich, es dominieren nun Haine mit großen Farnen, die uns bis an die Schulter reichen. Farne kennen wir aus Deutschland nur als Unterholz in Wäldern. Wir wundern, wie sie hier in der vollen Sonne und bei ziemlicher Trockenheit überleben. Aber offensichtlich geht es ihnen gut!


Pointe du Raz
Bald danach haben wir unser Ziel erreicht und sehen den Leuchtturm des Pointe du Raz aus der Nähe.

WIr beschließen, hier eine Pause einzulegen und unsere mitgebrachten Brote zu essen. Da gesellt sich eine Möve zu uns, die uns in eindeutiger Absicht bemitleidenswert anschaut. Unser Herz schmilzt und das Ergebnis zeigt sich in folgendem Video. Einen herzlichen Gruß an die Berliner Stadttauben!
Wir verbringen etwas Zeit hier und schauen uns um.



Rückweg
Unser nächstes Ziel ist Monsieur Papier, ein kleiner Laden, der alles Mögliche aus Papier verkauft wie Kalender und Bücher, und der auch kleine Gerichte und Kuchen anbietet. Dort lassen wir es uns gutgehen.

Auf dem Rückweg gefallen uns die vielen typisch bretonischen Häuser mit Satteldach und zwei Kaminen an beiden Giebelseiten. Wir fotografieren ein Exemplar, bei dem es in der Zwischenzeit noch einen Anbau an einer Giebelseite gibt.

Hier gibt es auch ein weites Feld der hohen, leuchtend grünen Farne.

Wir kommen wieder am Strand vorbei und sehen in dessen Nähe einen Teich in schöner Lage.


Concarneau
Der nächste Morgen begrüßt uns mit einem leuchtend roten Sonnenaufgang am Parkplatz von Pointe du Van. Es gibt bestimmt nicht viele Orte auf der Welt, von denen man sowohl einen Sonnenuntergang als auch einen Sonnenaufgang über dem Meer erleben kann.

Wir besuchen heute die Küstenstadt Concarneau, die am Rande der Halbinsel Cap Sizun liegt.

Da das Parken in der Innenstadt nur begrenzt möglich ist, halten wir mit unserem Womo auf einem Parkplatz am Schloss Concarneau unter Bäumen, was bei 35 Grad im Schatten sehr angenehm ist.


Concarneau ist einer der wenigen Orte in der Bretagne, in der noch aktiv Hochseefischerei betrieben wird. Am Hafen kommen wir an Fischern vorbei, die gerade ihre Netze auf große Winden aufrollen. Die Netze hängen an langen Seilen und sind insgesamt bestimmt 100 Meter oder mehr lang. Sie liegen fein säuberlich ausgebreitet auf der großen Freifläche am Hafen, werden auf dem Schiff aufgerollt und für den Fang in der kommenden Nacht vorbereitet.


Wir lassen unseren Blick über die vielen Schiffe im Hafenbecken schweifen.




Die Festung der Altstadt liegt sehr markant inmitten dieser Bucht.

Gemeinsam mit vielen anderen Touristen betreten wir die Altstadt und erklimmen als erstes die Festungsmauer, die die Stadt umringt. Von hier aus haben wir Blicke sowohl in die Stadt hinein als auch auf die Umgebung, denn natürlich liegt die moderne Stadt Concarneau heute im Wesentlichen außerhalb der Altstadt.






Wir steigen die Stufen hinab in die Stadt und schauen uns um. Es ist schön hier und es gibt sogar eine kleine Freilichtbühne im Schatten der Festungsmauer.


Es wird langsam Zeit aufzubrechen, denn heute wollen wir noch weiter nach Süden fahren bis nah an den Rand der Bretagne.