Vor so einer Reise ist ja noch sehr viel vorzubereiten. Zum Beispiel hatten wir den Ehrgeiz, unseren Urlaub ohne Aufgabegepäck anzutreten. Zum einen wollten wir die Airlines nicht in der schlechten Angewohnheit bestärken, für jede mögliche kleine Extraleistung die Hand aufzuhalten (und beim Gepäck ist die Hand ganz schön weit offen), aber zum anderen hat es auch ganz praktische Gründe. Jeder von uns kann doch bestimmt Geschichten erzählen von Wartezeiten am Gepäckband, wobei der eigene Koffer gefühlt eigentlich immer erst ganz am Schluss kommt. Nur noch getoppt von der Wartezeit an der Mietwagenausgabe, weil natürlich alle erst Mal auf ihre Koffer warten mussten. Kurz gesagt, das wollten wir uns dieses Mal alles sparen und hatten deshalb das Ziel, unser Gepäck für drei Wochen Namibia in zweimal acht Kilogramm Handkoffer plus zwei kleine Rucksäcke zu pressen.
Und siehe da, es geht! Wir werden vor Ort etwas Waschmittel kaufen und schon flogen so einige T-Shirts aus dem Koffer zusammen mit ein paar kurzen Hosen. Die restlichen Kleidungsstücke passten dann wirklich in die vorgegebenen Abmaße und freuen sich auf ein paar Erfahrungen im frischen, warmen Wüstenwind.
Also nun geht’s los mit unserem Minimalgepäck! Nachdem uns Daniel problemlos zum BER gebracht und dort abgeladen hatte, gab es eine erste Herausforderung an der Handgepäckkontrolle. Weil wir auch im Urlaub und unterwegs nicht auf gekühlte Getränke verzichten wollten, haben wir uns ein ganz schicke Kühltasche besorgt mit 12V Anschluss für den Zigarettenanzünder im Auto. Und wo hatte Annette das Teil verstaut? Na klar, natürlich in unserem Winzgepäck, wobei das gute Stück beim Packen schon mehrfach zwischen Rucksack und Koffer geändert war und letztendlich im Koffer hängen blieb. Das war auch ganz einfach, denn es war ein faltbares Modell. Allerdings hatten wir einige Probleme bei der Sicherheitskontrolle, denn die Technik in unserer Kühltasche war für das Sicherheitspersonal im Röntgengerät nicht so richtig zu durchschauen. Also alles auspacken, einzeln durchleuchten, auch auf Sprengstoff testen. Hat etwas gedauert, aber wir waren dann doch ganz froh, dass die Leute da ihren Job sehr ernst nehmen und dabei die ganze Zeit auch sehr freundlich blieben.
Nach einer kurzen Wartezeit am Gate, bei der wir uns noch die Zeit vertrieben mit einer Umfrage zur Zufriedenheit mit dem BER, ging es dann los. Um unseren Ansatz des Minimalgepäcks zu unterstützen, hatten wir beide die schweren Kleidungsstücke angezogen, d.h. jeder mit T-Shirt, Pullover, Hoodie und Regenjacke bewaffnet. Das war am Gate etwas warm, aber im Flugzeug dann doch Recht angenehm. Außerdem kann man in den vielen Jacken noch so einiges verstauen, wie z.B. Brillen, Reiseführer, Gummibärchen und Reiselektüre. Wobei die Farbzusammenstellung der einzelnen Kleidungsstücke nicht immer optimal ist…

Also los nach Frankfurt und dann weiter die Nacht durch nach Windhoek! Morgen früh um 8 Uhr werden wir in Namibia sein! Das Abenteuer beginnt!