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    Endlich Namibia – Windhoek – Tag 1

    Endlich – wir sind in Namibia angekommen! Es ist früh um 8 Uhr, die Sonne scheint! Aber Moment, erst müssen wir noch kurz vom Flug berichten.

    In Frankfurt war die Gepäckkontrolle mit unserer Kühltasche dann doch erstaunlich entspannt. Man musste gar nichts aus dem Gepäck separat aufs Band legen – Flüssigkeiten, Laptop, Elektronik, alles durfte im Koffer bleiben. Wir haben ganz mutig auch unsere schicke Kühltasche dort gelassen, wo sie hingehörte, nämlich ganz unten verstaut, und siehe – es hat geklappt. Keine Beanstandungen, einfach so durchgewunken.

    Der Flieger nach Windhoek war von Discovery Airlines, eine Tochter der Lufthansa, und er war so ziemlich ausgebucht. Die Bestuhlung sehr eng, wie es sich für einen Ferienflieger gehört, sodass Michael die Beine nicht gerade auf den Boden stellen konnte und etwas eingequetscht dasaß. Beim Versuch, wenigstens die Kopfstütze nach oben zu schieben, hat sich dieses Teil selbstständig gemacht und Michaels Sitz sah dann etwas nackig aus. Konnten wir aber später zum Glück wieder reparieren. Die Aussicht auf unsere Flugroute hat das kleine Missgeschick aber mehr als ausgeglichen und voller Vorfreude erhoben wir uns zusammen mit ca. 300 anderen Namibia-Fans in den Himmel.

    Der Rest des Fluges verlief ereignisarm, abgesehen davon, dass wir so gut wie nicht geschlafen haben. Michael nur 55 Minuten und Annette immerhin 2 Stunden und 3 Minuten. Woher wir das so genau wissen? Unsere Fitness-Uhren sind da erbarmungslos…

    Naja, um 8 Uhr jedenfalls haben wir dann ziemlich übermüdet am Flughafen Windhoek bei, wie bereits erwähnt, strahlendem Sonnenschein namibischen Boden betreten. Allerdings, bis wir so richtig in Namibia waren, hat es noch etwas gedauert, denn seit April gibt es eine neue Visa-Pflicht, sodass die Einreise besagter 300 Fluggäste sich noch etwas hinzog.

    Aber dann schnell das Mietauto klargemacht, die lokale SIM-Karte besorgt und Geld getauscht. Unser Mietauto ist wirklich beeindruckend, ein Toyota Fortuner, geländegängig mit Allradantrieb, reichlich Bodenabstand und viel Innenraum. Nein, tiefergelegte Porsches sind nicht so die perfekten Autos, wenn man hier über Land fährt. Die Einweisung war sehr professionell und intensiv, einschließlich einem Video mit etlichen Bildern von verunglückten Fahrzeugen und dem eindringlichen Hinweis, auf den Schotterpisten maximal 70 km/h schnell zu fahren. Wir werden uns bestimmt daran halten! Wie man den Reifen wechselt, wissen wir jetzt übrigens auch…

    Nach einer kurzen Mahlzeit am Flughafen ging es dann mit dem Auto über die gut ausgebaute Straße B6 direkt nach Windhoek zu unserem Hotel Tenbergen. An der Rezeption erinnerte sich der nette Mitarbeiter gleich an unsere bei der Buchung geäußerte Bitte nach einem ruhigen Zimmer – das ist perfekter Service! Das Hotel entpuppte sich als sehr ansehnlich mit einem modernen Zimmer und großem Bad – ziemlich luxuriös. Unsere Kühltasche haben wir dann auch gleich ausgepackt und in Betrieb gesetzt – kühlt wunderbar!

    Nach einem Nickerchen also los, die Stadt zu Fuß erkunden. Die größte Stadt Namibias mit 400.000+ Einwohnern, Großstadt eben. Ein paar Sehenswürdigkeiten sind nicht weit weg von unserem Hotel, die von den Deutschen erbaute Christuskirche zum Beispiel, das Unabhängigkeitsmuseum oder die alte Feste. Nach unseren ersten Eindrücken eine touristisch insgesamt nicht so bedeutsame Stadt, das sagen auch die Reiseführer. Interessant waren aber die vielen deutschen Straßennamen, und das nach so langer Zeit seit der deutschen Kolonialisierung.

    An der Christuskirche sind wir dann von einem Mann angesprochen worden, der uns interessantes Kunsthandwerk angeboten hat. Er verwendet die kastaniengroßen Samen einer uns leider unbekannten afrikanischen Frucht und schnitzt in die braune Samenschale Tierfiguren, die dann weiß erscheinen wie das Fruchtfleisch. Er fragte uns nach unseren Namen und schnitzte dann sehr schnell „Annette“ und „Michael“ dazu. Fanden wir hübsch und haben es ihm für einen kleinen Obolus abgekauft.

    An derselben Stelle bettelte uns dann sehr hartnäckig ein vielleicht 10 Jahre alter Junge an, damit er sich was zu essen kaufen könne. Der Verkäufer des Kunsthandwerks riet uns, dem Jungen etwas zu geben, aber nicht zu viel, damit er das Geld nicht verschwendet. Haben wir dann auch getan.

    So, dann mussten wir aber selbst noch etwas einkaufen und gingen zu einer Mall mit Supermarkt. Dort haben wir uns dann mit Wasser, Brot, Käse und Wurst zum Abendbrot eingedeckt. An der Kasse dauerte es ewig, obwohl die Schlange gar nicht so lang war. Die Leute hatten halt alle irgendwie die Ruhe weg, aber wir waren ja im Urlaub und passten uns ganz entspannt an. Nach 15 (!) Minuten an der Kasse waren wir dann auch wieder auf der Straße. Als Wechselgeld bekamen wir einen 30 NAD (Namibische Dollar) Schein, ungefähr 1,50 Euro. Noch nie in keinem Land der Welt sahen wir bisher einen Geldschein im Wert von 30. War wohl eine Sonderausgabe zum Jahrestag der Unabhängigkeit 1990.

    Auf dem Rückweg zum Hotel sprach uns noch ein Junge an, dem wir dann aus Mitleid auch etwas Geld gaben. Haben wir nun etwas Gutes getan oder wurden wir abgezockt?

    Im Hotel ein schnelles Abendbrot, etwas Blog schreiben, bis die Augen zufallen und nach einem ewig langen Tag und noch 8000 Schritten durch Windhoek sind wir dann ziemlich früh völlig fertig eingeschlafen.

    1 Kommentar

    1. Wirklich sehr interessant geschrieben!! Da ist man fast mit dabei! Bin gespannt auf die Natur und die Tiere. Wunderschöne Tage!
      LG Petra

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