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    Naherholung in Windhoek – Tag 19

    Blick auf den Avis Stausee in Windhoek

    Heute ist unser endgültig letzter Tag in Namibia, denn heute Abend fliegen wir über Frankfurt zurück nach Berlin.

    Wir checken im Ti Melen Boutique Guesthouse aus und fahren zum Craft Market in Windhoek, um ein paar Souvenirs zu kaufen. Dieser Markt vereint eine ganze Reihe von kleineren und größeren Geschäften, in denen die Menschen ihre handgefertigten Produkte anbieten. Es gibt Arbeiten aus Holz, Leder, Stoff und anderen Materialien, zum Teil reich verziert. Es sind praktische Dinge des Alltags, aber natürlich auch schöne Dinge zum Hinstellen oder Hinhängen. Insgesamt ein sehr reichhaltiges Angebot, und ein Restaurant findet sich im ersten Stock. Zum Teil gibt es auch Importware aus Südafrika, T-Shirts zum Beispiel. Aber wir entdecken kein Made in China, und das gefällt uns.

    Beim Bezahlen fällt uns zum wiederholten Male auf, dass viele dunkelhäutige Leute hier deutsche Vornamen haben und zum Teil auch deutsche Nachnamen. Das haben wir auch schon in den Supermärkten bemerkt. So trafen wir hier unter anderem auf Gerda, Johanna, Wilhelmina, Ingrid, Frieda. Die nette Frau an der Rezeption in der Kalahari Red Dunes Lodges gestern hieß Cenderela Ludwig. Wir vermuten, dass viele dieser Menschen zum Teil deutsche Vorfahren haben, was auch zu der großen Bandbreite an Hautfarben passen würde, die wir beobachten.

    Es wird langsam Mittagszeit, und wir beschließen, den Nachmittag in einem Naherholungsgebiet von Windhoek zu verbringen. Dafür fahren wir zum Avis Dam im Osten der Hauptstadt, gar nicht weit von Ti Melen Boutique Guesthouse entfernt.

    Der Avis Dam stammt aus dem Jahr 1933 und war als Trinkwasserversorgung für Windhoek geplant. Leider führt der Avis River, der den Stausee speist, nur unregelmäßig Wasser, und das Gebiet entwickelte sich zum Naherholungsgebiet mit diversen Spazierwegen.

    Wir haben Glück, der See hat zurzeit reichlich Wasser. Es steht so hoch, dass einige Bäume fast darin verschwinden. An manchen Stellen ist der untere Spazierweg vom Wasser überschwemmt.

    Am Himmel braut sich auch Wasser zusammen, ein Anblick, den wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Zur Vorsicht ziehen wir unsere Regenjacken an, die auch vor dem recht heftigen Wind schützen. Auf unserem Weg am See entlang entdecken wir viele schöne Perspektiven, die wir im Bild festhalten.

    Unterwegs haben wir auch einen schönen Blick auf unser letztes Quartier. Es ist das Haus rechts im Bild.

    Wir gehen halb um den See und kehren dann um, weil wir nicht sicher sind, ob man ihn komplett umrunden kann. Auf dem Rückweg entdecken wir eine Gruppe junger, gestylter Frauen, alle sehr schick gekleidet und mit einer silbernen Schärpe. Dazu ein paar Männer, bewaffnet mit professioneller Fotoausrüstung. Wir vermuten ein Fotoshooting für einen Schönheitswettbewerb und schießen ein unbemerkt bleibendes Foto. Ein paar Meter weiter treffen wir auf einige Schuhe, die die Frauen anscheinend gegen die High Heels für die Fotos gewechselt haben. Berufskleidung vs. Alltagskleidung.

    Zurück am Auto haben wir noch Zeit, bis wir zum Flughafen abfahren müssen. Wir nutzen die Zeit zum Arrangieren unseres Handgepäcks (wie gesagt, wir haben kein Aufgabegepäck), Blog schreiben bei geschmeidigem Internet und Vertilgen des sehr leckeren Apfelkuchens aus Rehoboth von gestern. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes: es regnet! Leicht, aber doch eine ganze Weile, sodass unser Auto und die Welt um uns herum nass werden. Unserem staubigen Auto tut das, nebenbei gesagt, ganz gut.

    Die Fahrt zum Flughafen verläuft ereignislos, der Regen lässt nach. Wir geben das Auto zurück, dass uns fast drei Wochen lang hervorragende Dienste geleistet hat ohne zu murren und zum Glück auch ohne Reifenpanne. Wir waren bei unserer Rundreise 3440 Kilometer in 19 Tagen unterwegs. Das ist einiges mehr, als wir am Anfang geschätzt hatten, aber Namibia ist doch ein großes Land mit entsprechenden Entfernungen. Unser Durchschnittsverbrauch ist mit 8,8 Liter pro 100 Kilometer auch in Ordnung, finden wir.

    Der Rest ist schnell erzählt. Die üblichen Formalitäten am Flughafen erledigen, am Gate sitzen und warten, dass es los geht. Zehn Stunden Flug nach Frankfurt stehen uns bevor und dann der Abstecher nach Berlin, wo wir morgen früh ankommen werden.

    Übrigens wurde unsere Kühltasche dieses Mal bei der Gepäckkontrolle nicht beanstandet. Dafür wurde ein Glas mit namibischer Marmelade aus dem Verkehr gezogen. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Glases. Na gut, denken wir, könnte man ja zerbrechen und als Waffe verwenden. Bis wir dann im anschließenden Duty Free Shop die vielen gläsernen Wein-, Sekt- und Schnapsflaschen stehen sehen, die anscheinend weniger gefährlich sind als unser Marmeladenglas.

    Irgendwann abends wird unser Flug aufgerufen. Wir sind in Boarding Gruppe 3, gehen über das Flugfeld zum bereit stehenden Flugzeug, das von hier unten riesig groß wirkt. Vor uns am Himmel verabschiedet die vielfarbige Abenddämmerung diesen Tag, wie wir es schon so oft in diesem schönen Land gesehen haben. Und wir verabschieden uns auch.

    Good bye, Namibia!

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