Der Nationalpark Krka verläuft 45 Kilometer entlang des Flusses Krka und besteht seit 1985. Der Fluss bildet hier einige Seen, die durch teilweise mehrstufige Wasserfälle voneinander getrennt sind. Im Park kann man laufen und Boot fahren. Er ist ähnlich wie der Nationalpark Plitvicer Seen, den wir schon besucht hatten, aber nicht so überlaufen, da nicht ganz so bekannt. Die Seen sind auch viel größer, sodass man über längere Strecken Boot fahren kann.
Die schöne Umgebung des Parks diente auch als Filmkulisse. So wurden hier zum Beispiel in den 1960er Jahren Teile der Winnetou-Filme gedreht, übrigens ebenso im Nationalpark Plitvicer Seen.
Der Eingang zum Park liegt nur 500 Meter entfernt, und so haben wir ihn schnell erreicht. Es ist morgens um 8:30 noch recht ruhig, wir sehen um diese Zeit nur sehr wenige Menschen.


Eine Übersichtskarte zeigt das Gebiet des Parkes.

Zunächst laufen wir einen Wanderweg entlang, der uns 1000 Meter weit ca. 180 Meter absteigen lässt. Unterwegs entdecken wir Alpenveilchen am Wegesrand. Sie sehen ähnlich aus wie die bekannte Topfpflanze in Deutschland, hat jedoch als Wildform wesentlich kleinere Blüten.

Bald erhaschen wir einen ersten Blick auf den unter uns liegenden See.

Unten angekommen, müssen wir noch Karten für die Bootsfahrt kaufen. Das war uns zunächst nicht bewusst, denn in Plitvice war die Bootstour im Eintrittspreis enthalten. Zwei verschiedene Routen stehen zur Auswahl, eine mit zwei Stunden Dauer und eine mit vier Stunden, die die kürzere Tour beinhaltet, aber noch etwas weiter geht. Da wir schon einmal hier sind, entscheiden wir für uns für die längere Fahrt von vier Stunden.
Bis zur Abfahrtzeit um 11 Uhr ist noch Zeit, sodass wir zunächst den Rundweg am Wasserfall Skradinski buk gehen, der gleich in der Nähe des Kassenhäuschens beginnt.





Der Wasserfall Skradinski buk stürzt über 45 Meter in 17 Stufen nach unten mit vielen Inseln und Seen dazwischen. Der Weg führt auf Holzbohlen und Waldwegen durch diese wasserreiche Umgebung.
Dabei bekommen wir etwas Gesellschaft. Ein junger Mann, offensichtlich ein Einzelreisender, spricht uns an und fragt, ob er uns begleiten darf. Wir finden, dass etwas Unterhaltung ganz nett sein könnt, und da er einen sympathischen Eindruck macht, stimmen wir zu und haben für die nächsten Stunden einen Begleiter.




In der Nähe des Wasserfalls gibt es ein historisches Wasserkraftwerk, das 1895 erbaut wurde und die nahe gelegene Stadt Šibenik versorgt hat. Dadurch wurde Šibenik eine der ersten europäischen Städte mit elektrischer Straßenbeleuchtung! Das Kraftwerk ist immer noch in Betrieb, wurde aber selbstverständlich immer wieder technisch modernisiert.

Langsam wird es Zeit, zum Bootsanleger zu gehen, und so machen wir uns zu dritt auf den Weg. Wir gehen an Bord, finden eine freie Dreierreihe und die Fahrt geht los.



Nach 45 Minuten Fahrt erreichen wir die Insel Visovac mitten im See. Die Insel ist klein, aber trägt ein sehr bedeutsames Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert, an das ein Museum mit umfangreichen historischen Sammlungen angeschlossen ist. Wir gehen an Land, schauen uns auf der Insel um und besichtigen die Klosterkirche. Draußen entdecken wir etwas, das wie ein überdimensioniertes bemaltes Osterei aussieht.






Nachdem wir die kleine Insel umrundet haben, stehen wir wieder am Anleger.

Am Anleger steht eine Bronzefigur eines Mönchs, der von Vögeln umgeben ist. Zufällig kommt gerade ein lebendiger Pfau vorbei, der seinem bronzenen Abbild gerade einen Besuch abstattet. Ein netter Anblick!

Die Bootsfahrt geht weiter Richtung Norden. Unser Ziel ist der Wasserfall Roški slap in ca. 20 Minuten Entfernung, wo wir auch eine Mittagspause einlegen wollen.







Am Wasserfall Roški slap dreht unser Bootsführer eine Extrarunde, damit man von allen Seiten einen guten Fotoblick erhaschen kann.


Wir legen an und haben wieder festen Boden unter den Füßen. Zum Restaurant, das wir uns für das Mittagessen ausgesucht haben, ist es rund 1000 Meter Fußweg. Als wir ankommen, ist das Restaurant geschlossen, obwohl es am Vortag bei Google noch Bewertungen gab. Schade. Aber wir finden in der Nähe eine andere Gastwirtschaft, wo wir einkehren.Unser Begleiter ist immer dabei. Wir bestellen die einzige Speise, die es hier gibt, nämlich einen Teller mit diversen Sorten Schinken und Wurst, dazu einen Käseteller, Tomaten und Brot. Diese Kombination scheint hier eine gewisse Tradition zu haben, denn wir entdecken dieses Gericht auch in anderen Gaststätten.
Übrigens sind die Klosterinsel und der Wasserfall Roški slap auch mit dem Auto erreichbar. Unsere Bootsfahrt ist aber wesentlich ansprechender.
Gut gesättigt geht es nun mit dem Boot ohne Zwischenhalt zurück zum Skradinski buk. Inzwischen hatten wir viel Gelegenheit, uns mit unserem Begleiter zu unterhalten. Er heißt Dominik, ist 32 Jahre alt, lebt in Berlin, wo er auch geboren ist und wo es ihm gar nicht mehr gefällt. Bisher hat er noch nicht so richtig Fuß gefasst im Leben, aber jetzt will er sich bei der Bundeswehr verpflichten und Bayern an den Starnberger See gehen. Es ist interessant für uns, Einblicke in die Lebenswelt eines jungen Menschen zu bekommen.


Unterwegs scheucht das Boot noch einen Schwarm Wasservögel auf, der es sich auf einem im Wasser liegenden Baumstamm gemütlich gemacht hatte. Zum Glück erhascht die Handkamera noch einen Blick auf die letzten verbliebenen Vögel, bevor auch sie aufgeschreckt davon fliegen.

Nach einer Stunde Bootsfahrt erreichen wir wieder den Ausgangspunkt unserer Tour und alle verlassen das Schiff. Wir diskutieren kurz, ob wir für den Anstieg zum Eingang des Nationalparks den bereit gestellten Bus nehmen sollen, aber Dominik nimmt „natürlich“ den Wanderweg, und wir beide wollen uns keine Blöße geben.
Als nun alle Leute vom Boot nach rechts zum Bus laufen, wenden wir drei uns nach links Richtung Wanderweg, den wir heute Morgen hinunter gelaufen sind. Dominik gibt das Tempo vor, und wir beide halten so gut es geht mit. Die Pumpe pumpt, und wir merken doch ziemlich deutlich die dreißig Jahre Unterschied im Lebensalter, die zwischen Dominik und uns liegen.
Aber wir geben uns keine Blöße, halten mit und schaffen die 1400 Meter Strecke bei 160 Meter Aufstieg vom Bootsanleger bis zum Ausgang des Parks in rund 25 Minuten. So schnell sind wir noch nie einen Hügel hinaufgelaufen!
Oben verabschieden wir uns von Dominik, der zu seinem Mietauto geht, und wir beide laufen die 500 Meter zum Campingplatz zurück.
Den Rest des Tages ist dann Relaxen angesagt.Wir genießen die Sonne, denn für morgen ist Regen angesagt.