Durch die Berge
Von Pula aus wollen wir an die Küste ganz im Südwesten Sardiniens weiterfahren, wo uns eine reiche Vogelwelt in strandnahen Lagunen erwartet. Doch zuvor müssen wir ein kleines Gebirge überwinden, das ganz im Süden der Insel liegt. Wir haben die Wahl zwischen der sehr kurvenreichen Küstenstraße um das Gebirge herum oder der sehr kurvenreichen Bergstraße, die quer über das Gebirge führt. Wir entscheiden uns für Letzteres und werden mit sehr schönen, weiten Ausblicken belohnt.

Das Gebiet ist fast menschenleer. Auf der ganzen Strecke passieren wir zwei kleine Dörfer, aber links und rechts gibt es keine Straßen und deshalb nur wildes, gebirgiges und anscheinend sich selbst überlassenes Land.


Aber es verkehrt ein Linienbus über diese enge und kurvenreiche Straße.

Dune di Is Solinas
Nach anschließender Fahrt durch das Flachland erreichen wir unser Ziel. Wir übernachten heute auf einem Parkplatz direkt am Strand Dune di Is Solinas (39°01’27.7″N 8°34’42.9″E). Viele der anderen Womo-Fahrer sind zum Kite-Surfen gekommen. Der Platz ist etwas chaotisch organisiert, aber wir beschließen hierzubleiben.
Der lange Sandstrand ist ein Paradies für Kite-Surfer, die in langen Bahnen am Strand hin- und herziehen. Wir beschließen aber, heute nicht Kite-zu-surfen, sondern picken uns eine Rundwanderung heraus. Ebenso gibt es hier im flachen Land auch viele schöne Radwege.
Rund um Stagno di Porto Botte
Der Parkplatz liegt auf einer Landzunge, und eine Wanderung rund um die benachbarte Lagune Stagno di Porto Botte bietet sich förmlich an. Der Weg ist nur 6,5 Kilometer lang, eben, und es gibt noch die Möglichkeit eines Abstechers zu einem Restaurant. Klingt sehr verlockend!

Wie die Aufzeichnung unserer Route zeigt, hat es mit der Rundwanderung nicht ganz geklappt, doch dazu später mehr. Wir laufen erst einmal sehr motiviert los.


Bald nähern wir uns der Lagune und treffen auf eine große Anzahl von Flamingos. Es ist schwierig, den richtigen Moment für ein Foto anzupassen, da sie die meiste Zeit den Kopf unter Wasser halten.


Der Weg verläuft nun etwas weiter landeinwärts, und wir treffen auf Olivenbäume, die Früchte in allen Reifestadien tragen. Von hellgrün über leicht bräunlich bis tiefdunkel ist alles dabei.

Ein kleines Gehöft mit Pferden und anderen Tieren erscheint zur Rechten.

Etwas weiter treffen wir auf einen Acker mit Wein, im Hintergrund der Wasserturm, der die ganze Gegend zu versorgen scheint. Auf jedem Acker gibt es einen Wasseranschluss.

Über eine Wiese mit gelb blühendem Gesträuch blicken wir hinüber zum Strand, wo die Kite Surfer in großer Zahl ihrem Sport fröhnen.

Die Route nähert sich wieder dem Wasser. Der Plan ist nun, auf einem schmalen Weg quer durch die Lagune zu laufen. Wir sind nicht sicher, ob der auf der Karte abgebildete Weg auch in Wirklichkeit existiert. Abenteuerlustig laufen wir los, und es sieht erst einmal gut aus.

Unser Mut wird belohnt durch den Anblick vieler, vieler Flamingos, die sich rechts und links im seichten Wasser tummeln. Im Hintergrund sind manchmal auch die Kite-Surfer zu sehen.




Es ist wirklich schön hier, wir genießen die Stille und die Natur. Wir sind inzwischen auch sehr zuversichtlich, dass der Weg durch die Lagune wirklich bis zur anderen Seite am Strand führt. Doch dann – was ist das?? Gerade als unser Weg auf den Strand trifft, versperrt ein knallbunt orange leuchtendes Absperrband den Durchgang! Dahinter stehen zwei Arbeiter, die anscheinend den Weg ausbessern. Na ist doch ganz einfach, denken wir uns, gehen wir halt um das Absperrband herum, drücken uns über 10 Meter Länge am Rand der Baustelle vorbei und sind bald wieder zurück am Womo. Aber nein, die Arbeiter lassen uns nicht passieren. Eine Diskussion entspannt sich. Es zeichnet sich ab, dass sie Angst davor haben, bestraft zu werden, wenn sie uns passieren lassen. Gut, das verstehen wir. Alles Betteln hilft nichts, auch nicht der Hinweis auf unser Alter (!), wir müssen umkehren!
Vor lauter Aufregung vergessen wir, ein Foto der Situation zu schießen. Aber da kann uns die KI nachträglich helfen, und hier zeigen wir ein fast realistisches Bild der Situation, ganz von einer KI nach unseren Angaben gestaltet.

Eigentlich wollten wir nur mal so 6 Kilometer laufen, und nun werden es 12! Etwas missgelaunt machen wir uns auf den Rückweg, so wie wir hergekommen sind. Den Restaurantbesuch müssen wir ja auch abschreiben.
Immerhin treffen wir auf dem Rückweg auf einen Schäfer mit seinen Schützlingen, und es gibt sogar ein paar Jungtiere dabei. Ein Anblick, der dann doch wieder versöhnt.

Wir verbringen nur eine Nacht hier am Strand. Morgen geht es weiter und es wird wieder bergig.